Ulrich Flasche
SoulPartner und Gestalt-Coach
ohne die ich nicht wäre, der ich bin, und denen das Soulpartner-Projekt deshalb gewidmet ist.
Meiner Großmutter Kunigunde, die dann, wenn etwas ihrem Verständnis verschlossen blieb, sich jeder Bewertung enthielt und sogleich anfing von Gottes großem Tiergarten zu sprechen, in dem für Löwen, Elefanten und allerlei andere Kreatur Platz sei und die es verstand diesen exotischen Tiergarten mit wunderschönen weißen Sammelfiguren an der Weihnachtskrippe lebendig werden zu lassen.
Meinen beiden Großvätern, den beiden Alberts. Der eine führte mich an die Schönheit der Natur heran. Ihm verdanke, ich dass die Bäume immer meine Freunde bleiben, und eine Sammlung von Romanen, vor allem russische, die noch darauf warten gelesen zu werden. Der andere Albert stand in der gärtnerischen Tradition seiner Familie. Er gab mir die Gewissheit, dass ein Stück Gartenland Reichtum spendet, und Gartenzäune dafür da sind, dass man über sie hinweg Gespräche führt.
Meiner Großmutter Margarete, in deren Küche sich Gurkenschalen in Fische verwandelten, mit denen die Seehunde gefüttert werden konnten.
Meiner Mutter Edith, die mich lehrte, dass die Frage, nach dem, was zu tun richtig ist, bedeutend ist, und die mir wunderschöne Kinderbücher gab, in denen die Welt heil war und die mich bis heute bei jedem Buch, das ich in die Hand nehme, fühlen lassen, dass man mit Hilfe von Büchern eine heile Welt bauen kann.
Meinem Vater Gerd, der mich in ungläubiges Staunen darüber versetzte, dass das Fahrrad auf dem ich saß, auch dann nicht umfiel, wenn seine Hand es nicht mehr hielt.
Pastor Brandt, Pfarrer in Villigst, der mich spüren ließ, dass ein Bemühen um Sinn und Bedeutung in der Welt Platz hat.
Pastor Mietner, Religionslehrer am Schwerter Gymnasium. Er war der erste, der mich mit den Gedanken von Sigmund Freud vertraut machte - also damit, dass man über menschliche Angelegenheiten anders als in moralisch-bewertenden oder materiell-berechnenden Kategorien sprechen kann.
Thomas, mit dem ich spürte wie klein wir sind, wenn wir in den Kosmos schauen.
Hartmut, dem ich meine Verehrung nur durch politisches Engagement deutlich machen konnte.
Christiane, die mich sehr grundsätzlich richtig fand, als alles an mir alles falsch zu sein schien.
Den Freunden in Marburg und Frankfurt, von denen ich mitgenommen habe, dass wirtschaftliche Interessen sich in politischen, gesellschaftlichen und moralischen Standpunkten verbergen können und schließlich sogar Zweck politischer Herrschaft werden können.
Prof. Rehbein in Marburg, der mich Soziologie und die Macht der sozialen Zuschreibung verstehen ließ und es mir schließlich auch ermöglichte ein Diplom in Pädagogik zu erwerben.
Meinen Wohngenossen in Marburg und Frankfurt, die mir die Erfahrung schenkten, dass eine menschliche Gemeinschaft, sei sie klein oder groß, sich nur auf wechselseitiger Wertschätzung gründen kann, auch wenn ich das damals noch nicht verstand.
Meinem Freund und Ko-Autor German Dario, von dem ich lernte, dass Freundschaft und menschliche Beziehung sehr viel weiter tragen als intellektuelle Einsichten und politische Standpunkte.
Den ekstatischen Osterpilgern unter dem Santuario de Monseratte in Bogota, die mir zeigten, dass ich meine Angst in Kraft verwandeln kann, wenn es darum geht, mich einer aufkommenden Panik entgegenzustellen.
Den Lektoren und Mitarbeitern bei Vieweg und Addison-Wesley, die German und mir über viele Jahre immer wieder ermöglichten, in unseren Büchern, die Basis unserer wirtschaftlichen Existenz zu finden.
Dem Jeep-Fahrer in La Plata, Kolumbien, der uns auf einer schlammigen Piste am Rio Paez durch regelmäßig und fortwährend pendelndes Gegenlenken nicht nur schlingernd auf der rutschigen Fahrbahn hielt, sondern mir mit der Kombination aus Angst und rhythmischer Bewegung auch den Eintritt in ein Erlebnis verschaffte, in dem sich die Welt in pures intensivstes Grün und reine Vegetation verwandelte, in ein Grün, in das ich ganz eintauchen konnte, das mich einhüllte, ein Grün wie ich es schöner und intensiver nie wieder erlebt habe. Sodass das glückliche Ende der Fahrt schließlich gar keine Erleichterung brachte, sondern wie ein bedauerndes Aufwachen aus einem tiefen Zauber war.
Martin Raffael Siems, der in mir einen Wirbelsturm an Gefühlen entfachte zu der Frage, wer ich selbst denn eigentlich bin, ein Sturm, mindestens aber ein starker Wind, der bis heute anhält. Ich verdanke ihm eine umfassende Ausbildung in humanistischer Psychologie und lernte mit ihm und mit den anderen Ausbildungsteilnehmern das aktive Zuhören nach Rogers, das Spüren des Felt Sense nach Gendlin, die Arbeit auf dem heißen und auf dem leeren Stuhl nach Perls, die Arbeit mit inneren Stimmen nach Hal und Sidra Stone, die Arbeit mit dem inneren Kind nach John Bradshaw sowie die Kunst des bewussten Atems. Nicht zuletzt arbeiteten wir intensiv an dem von Wilhelm Reich entdeckten Muskelpanzer und nutzten dazu von Lowen und anderen entwickelte Übungen. Martin hat das Feuer freigesetzt, das mich weiter nach gemeinsamem Wachstum mit anderen Menschen suchen lässt.
Den Lehrern an der Body Electric School of Massage in Oakland, die mich den Nachklang der California Renaissance und die Elektrik des Körpers durch Swedish Esalen Massage spüren ließen, und ganz besonders jenem polnischen Krankenpfleger, der mir beibrachte, dass ein Sterbender leichter gehen kann, wenn er spürt, dass jemand für den Körper sorgt. Dank auch jenem Geist, der das Esalen-Institut in Big Sur an die magischste Küste dieses Planeten platziert hat.
Der Freundin in Frankfurt, die mir den Einstieg in die soziale Jugendarbeit ermöglichte und mir beibrachte, was es braucht, in einer Institution sozialer Arbeit zu überleben.
Jens, von dem ich lernte, was Sehnsucht nach Leben ist und wie schwer es ist, dieses loszulassen, wenn man daran noch nicht satt geworden ist.
Joachim W., der mir vor vielen Jahren einen Einblick in Zen gab und mich bis heute immer wieder daran anbindet, durch den ich über Graf Dürckheims langen Weg des Wandels erfuhr, und der mich über viele Jahrzehnte begleitet.
Joachim J. für die Treue durch alle Irrungen und Wirrungen hindurch.
Den Junkies im Fixercafé am Frankfurter Hauptbahnhof, die mir für kurze Zeit einen Einblick in den erschütternd-mächtigen Sog der Sucht gewährten.
Der Heilpädagogischen Einrichtung des LWL Hessen in Weilmünster, die mir zeigte, dass ich die Kraft habe, Nein zu sagen und Türen hinter mir zu schließen, wenn die Verhältnisse es erfordern.
Den Kollegen und Vorgesetzten in der gemeindenahen psychiatrischen Versorgung beim Verein Integration e. V. in Weilburg an der Lahn, die mich lehrten, dass ich den Preis, den es kosten kann ein Führer zu sein, nicht zahlen wollte, und insbesondere meinem Freund Manfred, der mich in vielen Diskussionen endgültig von der „Krankheit“ eines positivistischen Materialismus heilte, ohne dass ich mir dessen damals gleich gewahr wurde.
Den Kollegen im Team der Berufsbetreuer in Wiesbaden und Rheingau-Taunus, mit denen ich selbständiges und eigenverantwortliches Handeln auch bei solchen Entscheidungen üben musste und durfte, die andere mir anvertraute Menschen betrafen.
Erhard Doubrava, Stefan Blankertz und Hans-Peter Arnold vom Gestalt-Institut in Köln, die mir in der Gestalt-Coaching-Ausbildung einen großen Einblick in die Gestalt-Arbeit gaben, damit meine Arbeit in der pädagogischen Beratung bereichert und vertieft haben, insbesondere durch das Verständnis des Kontakt-Prozesses und die Anleitung zur gestaltorientierten Entwicklung von Handlungsstrategien.
Den Beratern beim Nordstadt-Coaching der Stadt Dortmund, die mir zeigten, dass der sachlich richtige Rat noch keine Entwicklung bedeutet.
Markus für die best umsorgten Jahre meines Lebens.
Den Kollegen auf dem Dortmunder Wochenmarkt, die mich sehen ließen, wie ich in einem mir fremden Milieu eine eigene und schließlich von vielen geschätzte Position beziehen kann und meinem damaligen Partner Walberto, der dem Projekt Pink Geranium so viel von seiner Kraft geliehen hat.
Zhuang, der mich immer wieder motiviert vegetarisch zu essen und einer meiner SoulPartner bei der Entstehung dieses Projektes ist.
Den Freunden in Hami, Urumqi und Shenzhen, ohne die ich niemals 5 Jahre meines Lebens in China verbracht hätte, wodurch ich viel über den Osten, ebensoviel über den Westen und vor allem über jene Art von Wahrheiten lernen konnte, die so dünn sind, dass sie anders als mit Löffeln gar nicht gefressen werden können.
Feng, der mich in baffes Erstaunen versetzte, durch Sanftheit und Aufmerksamkeit im fernen, beängstigenden Qinhuangdao.
Dem Freund aus Hunan, der mir in einer südchinesischen Fabrikstadt, das existentiellste Gefühl von Willkommensein schenkte, das ich je erleben durfte.
Den Schülern, Freunden und Kollegen an den Schulen in Shenzhen, die mich werden ließen, was ich nie hatte sein wollen, ein Lehrer, nicht nur für Deutsch und Englisch, sondern vor allem für das Leben und auch dem kleinen Porzellan-Buddha in der Mauernische, der mich lehrte, dass es etwas gibt, was keine Macht dieser Welt töten kann.
Den Flüchtlingen, Kollegen und Vorgesetzten beim Bildungszentrum des Handels in Hagen/Westfalen, die mir nach 5 Jahren im Ausland wieder eine materielle Basis in Deutschland gaben und mich spüren ließen, was ich inzwischen geworden war, ein Lehrer und vielleicht doch auch ein Anführer.
Meinem Ehemann und Freund Pan, ZhouDong, der mich aus dem östlichen Universum zurück in die deutsche Wirklichkeit begleitet hat und so diesem Rückweg einen Sinn und ein Vorwärts gegeben hat. Hinein in eine Realität, die für uns beide dann natürlich wieder ganz anders war als sie sich aus der Perspektive von 23° N 113° Ost dargestellt hatte.
Erhard Doubrava, der nach langer Unterbrechung durch meinen Auslandsaufenthalt in Deutschland wieder mein Coach wurde und allen Mitgliedern der Supervisionsgruppe in Kassel, mit denen ich lebendige Gestalt-Arbeit erleben darf. Das Feuer, das mich nach gemeinsamem Wachstum mit anderen Menschen suchen lässt, hat Erhard immer wieder neu entfacht.
Meinem Vater Gerd, der sich mir in seiner letzten Lebensphase so weitgehend anvertraut hat, wie ich es vorher nicht für möglich gehalten hätte.
Meinen Verwandten in Dänemark, die mich immer wieder spüren lassen, dass ich eine Familie habe, der ich angehöre.
Meiner Cousine Bärbel, die mich spüren lässt, dass Leichtigkeit und Heiterkeit in meiner Familie einen Platz haben.
John Callahan, dem das Erbe der Gestalt-Arbeit nach Dick Price am Herzen liegt.
Christoph, der kein "Versuchskaninchen" sein wollte und deshalb lieber ein SoulPartner für mich geworden ist.
Ruis Icaro für den Anstoß, noch einmal ernsthaft nach der politischen Dimension meines Lebens (und der Gestaltpraxis) Ausschau zu halten und der mich neugierig macht auf ein großes - bisher von mir wenig beachtetes - Land und seine Sprache auf einem Kontinent, der mich seit meinen Jugendjahren immer wieder lockt.
Allen, die ich auf meinem Weg getroffen habe, ohne sie hier zu nennen und allen, die ich noch treffen werde.
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Zu Sprache und Gender:
Das Wort SoulPartner bezeichnet innerhalb einer Übungsdiade oder -triade denjenigen oder diejenige der/die die Rolle des aktiv Zuhörenden innehat. Da diese Rolle immer wechselt bezeichnet es somit auch alle Mitglieder einer Übungsdiade oder des gesamten SoulPartner-Netzwerkes. Es ist ein Kunstwort der englischen Sprache, das wie teacher oder nurse weiblich oder männlich sein, also im Englischen mit dem Pronomen she oder he gebraucht wird. Ins Deutsche wird es als ein grammatisch männliches Wort mit dem Artikel der übernommen, welches sowohl für weibliche wie für männliche Partner steht, auf das deshalb im Subjekt mit dem Personalpronomen Bezug genommen wird, welches dem natürlichen Geschlecht in der aktuellen Situation entspricht - also sie oder er. Daraus leiten sich die entsprechenden Formen für das Objekt des Satzes ab. Wer vermeiden möchte das Wort mit dem männlichen Artikel zu gebrauchen, kann es in Sätzen, in denen der Artikel ansonsten unvermeidbar würde entweder durch den Plural oder durch die Begleiterin/der Begleiter, die Partnerin/der Partner ersetzen. Bei der Beschreibung von Attributen der SoulPartner wird die Pluralform bevorzugt. Es spricht nichts dagegen in der deutschen Sprache auch von SoulPartnerinnen mit oder ohne Klammersetzung zu sprechen.
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